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Kleiner Führer durch die St. Nikolai-Kirche in Berlin Spandau

Herzlich willkommen! Sie haben soeben eine der ältesten Stadtkirchen Berlins und die Reformationskirche der Mark Brandenburg betreten. Ihren Namen hat die Kirche nach dem Hl. Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert lebte. Diese Kirche ist zur Ehre Gottes von den Spandauer Bürgern errichtet worden. Das Gotteshaus lädt auch Sie zur Andacht ein. Nutzen Sie die Stille.

Bitte vermeiden Sie alles, was andere Besucher stören könnte. Bevor Sie Ihren Rundgang beginnen, sollten Sie Platz nehmen und die schlichte Schönheit des Raumes auf sich wirken lassen.

Sollten Sie sich nicht vor Ort befinden und nicht persönlich den Kirchenraum erfahren können,  schauen Sie doch einfach Online bei unserer Interaktiven 360-Grad-Tour durch die St.-Nikolai-Kirche vorbei.

 

 

Die St. Nikolai-Kirche ist eine gotische dreischiffige Hallenkirche mit polygonalem Umgangschor, monumentalem Westturm und je einem Kapellenanbau nördlich und südlich des Choransatzes. Der Backsteinbau ist auf einer Grundmauer von Granitblöcken errichtet worden. Von der Schwere des Steins ist nichts zu spüren, wenn man hinauf schaut zu den Kreuzrippengewölben, die zum Chor führen, der als Hauptpunkt von einem herrlichen Sterngewölbe betont wird.


Wichtige Daten

Ende des 12. Jahrhunderts - Eine erste deutsche Kaufmannssiedlung entsteht in unmittelbarer Nähe der heutigen Kirche, schnell entwickelt sich diese Siedlung zum Marktort

1232 - Spandau erhält die Stadtrechte

1240 - St. Nikolai wird als „ecclesia forensis“ (Marktkirche) erstmals urkundlich erwähnt, dieser Vorgängerbau der heutigen Kirche war möglicherweise aus Feldsteinen und Holz errichtet

Erste Hälfte des 14. Jahrhunderts - Baubeginn der heutigen Kirche

Um 1370 - Fertigstellung der heutigen gotischen Halle im Rohbau

1398 - Die Stiftung des Taufbeckens deutet auf die Fertigstellung des Gottesdienstraumes hin

1467/68 - Fertigstellung des massiven spätgotischen Westturmes

1539 - Kurfürst Joachim II, tritt zum evangelischen Bekenntnis über

1744 - Vier Jahre nach einem verheerenden Stadtbrand erhält der abgebrannte Kirchturm eine neue, barocke Spitze

1806 - Napoleonische Truppen richten ein Magazin in der St. Nikolai-Kirche ein

1839 - Neogotische Restaurierung der Kirche unter Karl Friedrich Schinkel

1944 - Während eines großen Bombenangriffs am 6.Oktober brennt der Turm aus

1979/96 - Vollständige Innen- und Außenrestaurierung der Kirche, Wiederherstellung der barocken Turmansicht, Turmhöhe: 77m


Innenausstattung der St. Nikolai-Kirche Spandau

Das Taufbecken ① aus Bronze ist das älteste Kunstwerk der Kirche. Es trägt das Datum 8.9.1398. Auf einem ringförmigen Fuß stehen die vier Evangelisten, die das Becken tragen. Das Taufbecken ist so groß, daß früher die Täuflinge ganz ins Wasser getaucht werden konnten. 1701 schaffte der preußische König Friedrich I. diese Art der Taufe ab. Die heutige mit Engelsfiguren versehene Bronzeeinlage stammt aus der Schinkelzeit 1839.
   
Künstlerischer Höhepunkt des Innenraums ist der 1582 von Graf Rochus zu Lynar gestiftete Altar ②. Er steht in der Mittelachse der Kirche und erhebt sich über 8m hoch. Er ist aus Stein, seine Bildwerke sind in Stuck ausgeführt und von Hieronymus Rosenbaum bemalt worden. In der Mittelachse des Renaissance-Altars ist Christus dreimal dargestellt: im Abendmahl, als Weltenrichter und als Gekreuzigter. Die Seitenfelder zeigen Bildnisse der Stifterfamilie Lynar. Links Graf Rochus mit seinen Söhnen, rechts Gräfin Anna mit den Töchtern.
   
Die Kanzel ③ ist ein Meisterwerk des preußischen Barock. Sie ist um 1700 aus Holz geschnitzt worden. Den Fuß bilden Bärentatzen, an der Brüstung drei preußische Adler. Ursprünglich stand die Kanzel in der Schloßkapelle des Potsdamer Stadtschlosses.
   
Die Kreuzigungsgruppe ④ aus der Zeit um 1500 befindet sich in einer Nische über dem wappengeschmückten Türgittereingang zur Ribbeckschen Kapelle ⑤ . Unter deren Fußboden befindet sich die Gruft der Familie von Ribbeck.
   
Wer den Chorumgang entlang geht, sieht dort eine erhebliche Anzahl alter Grabsteine, Epitaphien (zum Gedächtnis Verstorbener gewidmete Tafeln) und Wappen. Sie erinnern alle an wichtige Persönlichkeiten der Stadt und Festung Spandau. An der Außenwand des Chorumgangs befindet sich noch eine Sakramentsnische ⑥ aus vorreformatorischer Zeit.
   
Unmittelbar gegenüber können Sie in die offene Familiengruft der Lynars ⑦ schauen. Rochus Guerini Graf zu Lynar wurde 1525 in der Toskana geboren, floh wegen einer Blutfehde 1542 nach Frankreich und wurde 1560 Calvinist. 1578 holte ihn Kurfürst Johann Georg in die Mark Brandenburg und übertrug ihm die Leitung der Arbeiten an der Zitadelle Spandau. 1596 starb Lynar in Spandau. Er wurde mit seiner Familie unter dem von ihm gestifteten Altar beigesetzt.
   
In den Seitenschiffen und unter der Orgelempore zeigen Gemälde einige ehemalige Pfarrer von St. Nikolai. In der ehemaligen Südkapelle ⑧ befindet sich heute die Sakristei.
   
Die große Eule-Orgel ⑨ wurde 1996 feierlich in Gebrauch genommen. Sie stammt aus der Werkstatt Eule in Bautzen/ Sachsen, und besitzt 51 Register mit insgesamt 3638 Pfeifen auf drei Manualwerken und einem Pedalwerk. St. Nikolai zählt zu den kirchenmusikalischen Schwerpunktgemeinden in Berlin mit einem äußerst qualitätvollen Konzertangebot.
   
Seit dem 2.Advent 2006 gibt es wieder eine Nikolaus-Skulptur, gestaltet vom Bildhauer Bernhard Gisevius am Pfeiler neben dem Taufbecken. Am 1. November 1539 ließ sich Kurfürst Joachim II. in der St. Nikolai-Kirche erstmals das Abendmahl nach lutherischer Lehre in beiderlei Gestalt (Brot und Kelch) reichen. Damit wurde die Reformation in der gesamten Mark Brandenburg eingeführt. An diesen kirchengeschichtlich bedeutsamen Vorgang erinnert ein Gemälde ⑩ von 1913 und das Denkmal vor der Kirche.

 

 

Wir danken Ihnen für Ihren Besuch. Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern an die Aufsicht wenden.


Wenn Sie unsere Kirche Online genießen wollen, schauen Sie doch mal bei unserer Interaktiven 360-Grad-Tour durch die St.-Nikolai-Kirche inkl. Turmaufstieg mit Dachstuhl und dem benachbarten Kirchenmuseum vorbei  (© 2020 Step Insight)